Butt im Griff
Künstler: Günter Grass (1927-2015) · 1982
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Fotos
Die Bronzeskulptur „Butt im Griff“ ist ein markantes Werk des Nobelpreisträgers Günter Grass. Die etwa 2,30 Meter hohe Plastik zeigt einen kräftigen Arm, dessen Hand einen Heilbutt fest umschließt. Das Motiv entstammt der Bildwelt seines berühmten Romans „Der Butt“ (1977) und versinnbildlicht nach Grass’ eigenem Verständnis Lebenserfahrung, Weisheit und das menschliche Streben, die Natur oder das Schicksal zu beherrschen.
Die Skulptur wurde im Jahr 2004 vor der Paulinerkirche in Göttingen aufgestellt, basierend auf einem Tonentwurf des Künstlers aus dem Jahr 1982. Grass, der nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als bildender Künstler und Grafiker tätig war, schuf mit diesem Werk eine physische Manifestation seiner literarischen Themen. Ein Abguss dieser Arbeit befindet sich zudem im Skulpturenhof des Günter-Grass-Hauses in Lübeck und unterstreicht die enge Verbindung zwischen seinem plastischen und textlichen Schaffen.
Besucher der Skulptur schätzen die detailreiche Oberflächenstruktur der Bronze, die das Spannungsverhältnis zwischen der menschlichen Hand und dem glitschigen Körper des Fisches haptisch erfassbar macht. Der „Butt im Griff“ dient heute als kultureller Ankerpunkt im Göttinger Stadtbild und erinnert an das vielseitige künstlerische Erbe eines der bedeutendsten deutschen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Eine kleinere Version der Skulptur wurde zudem als Vorbild für den Preis der Leipziger Buchmesse bekannt.