6-teiliges Skulpturenensemble, der Stuhl

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6-teiliges Skulpturenensemble, der Stuhl

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6-teiliges Skulpturenensemble, der Stuhl
6-teiliges Skulpturenensemble, der Stuhl
6-teiliges Skulpturenensemble, der Stuhl
6-teiliges Skulpturenensemble, der Stuhl

Kunst am Deutschen Theater: Ein Wegweiser

Zwischen den alten Bäumen stehen fünf Holzstelen, die wie moderne Totempfähle wirken. Sie wurden vom Künstler Uwe Schloen mit der Motorsäge geschaffen, was ihnen eine rohe, kraftvolle Energie verleiht. Ergänzt werden sie durch einen riesigen, grob gezimmerten Holzstuhl, der das Ensemble vervollständigt.

Einfache Formen, tiefe Bedeutung

In Schloens Stil geht es vor allem darum, Dinge auf das Wesentliche zu reduzieren. Er schnitzt einfache, aber aussagekräftige Symbole direkt in das Holz. Diese Gruppe zeigt:

  • Einen Januskopf (ein Gesicht, das in zwei Richtungen blickt)
  • Eine Blume
  • Ein Herz
  • Eine Ente
  • Einen Totenkopf

Diese Symbole stehen für die großen Gegensätze im Leben: Kindheit und Tod, Spiel und Ernst.

Um sie zu schützen, hat Schloen vier der Skulpturen mit einer dünnen „Haut“ aus grauem Blei überzogen. Den Januskopf ließ er jedoch ungeschützt. Das war Absicht – mit der Zeit werden Wind und Regen die Gesichter von „Freude“ und „Trauer“ so weit abnutzen, bis sie schließlich miteinander verschmelzen und verschwinden.

Kontrastreiche Stile

Eingerahmt werden die Holzskulpturen von einem Stahlbrunnen des Künstlers Erhard Christian. Es ist ein komplexes Werk, das Wasser in all seinen Formen zeigt – von winzigen Tropfen und Nebel bis hin zu einem Wasserfall.

In der Nähe des Bistro-Eingangs findet man einen ganz anderen Stil: eine Skulptur aus Glas und Bronze vom tschechischen Künstler Borek Sipek. Sipek war eine Schlüsselfigur des „Neobarock“ (ein dekorativer, verspielter Stil der 80er Jahre). Er war so angesehen, dass er später sogar zum Architekten der Prager Burg ernannt wurde.

Ein zweites Leben

Diese Sammlung wurde erstmals 1994 vor dem Theater aufgestellt. Da die Skulpturen im Freien stehen und aus Naturmaterialien bestehen, litten sie mit der Zeit stark unter der Witterung. Glücklicherweise ermöglichte der Verein Kunst e.V. im Jahr 2003 eine vollständige Restaurierung, sodass sie der Stadt erhalten bleiben.