Kleiner Reinsbrunnen

Künstler: Friedrich Küsthardt · 1901

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Kleiner Reinsbrunnen

Der Kleine Reinsbrunnen ist ein historischer Ort am Hainberg in Göttingen, der tief in der lokalen Sagenwelt verwurzelt ist. Die heutige Anlage wurde als Grotte gestaltet und beherbergt eine Bronzeplastik einer Nixe, die ein Kind in den Armen hält. Einer alten Legende nach konnten Frauen im klaren Quellwasser ihre ungeborenen Geschwister sehen, was durch die Skulptur symbolisch aufgegriffen wird.

Historisch gesehen war der Reinsbrunnen von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung der Göttinger Wasserversorgung. Bereits im Jahr 1568 legte der Brunnenbaumeister Hügel hier eine Leitung aus durchbohrten Eichen- und Buchenstämmen an, die das Wasser bis zum Marktplatz führte. Im 19. Jahrhundert spielte der Brunnen eine zentrale Rolle in den Auseinandersetzungen um die hygienische Reform der Stadt, nachdem schwere Typhusepidemien die Notwendigkeit einer sauberen Trinkwasserquelle verdeutlicht hatten.

Die heutige künstlerische Gestaltung mit der Nixe stammt aus dem Jahr 1901 und wurde vom Bildhauer Friedrich Küsthardt geschaffen. Der Brunnen ist heute ein beliebtes Ziel für Wanderer und Spaziergänger oberhalb der Schillerwiesen und erinnert an die Zeit, als die Stadt mühsam den Übergang von privaten, oft verschmutzten Brunnen hin zu einer modernen, zentralen Wasserleitung vollzog.