6-teiliges Skulpturenensemble: Die Ente
Künstler: Uwe Schloen · 1994 (restored 2003)
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Fotos
Die als „Ente“ bekannte Skulptur ist das markanteste Element des sechsteiligen Ensembles von Uwe Schloen auf dem Vorplatz des Deutschen Theaters in Göttingen. Das Werk besticht durch seine charakteristische Bauweise aus einem massiven Holzkern, der vollständig mit grauen Bleiplatten beschlagen ist. Diese Technik verleiht der Figur eine schwere, fast panzerartige Textur, die einen spannenden Kontrast zu der eigentlich assoziierten Leichtigkeit eines Wasservogels bildet.
Die Skulptur wurde ursprünglich 1994 aufgestellt und ist Teil einer Gruppe, die abstrakte und figurative Formen vermischt, um die Interaktion zwischen Mensch, Natur und urbanem Raum zu thematisieren. Aufgrund der Weichheit des Materials Blei und der Witterungseinflüsse wurde die Figur im Jahr 2003 einer umfassenden Restaurierung unterzogen. Dabei bewahrte der Künstler bewusst die raue, handwerkliche Ästhetik, bei der die einzelnen Nägel und Überlappungen der Metallplatten sichtbar bleiben.
Im Kontext des Theaterplatzes fungiert die „Ente“ als humorvoller und zugleich melancholischer Blickfang, der oft als inoffizielles Maskottchen des Platzes wahrgenommen wird. Die reduzierte Formensprache lädt Passanten dazu ein, eigene Interpretationen in die Figur hineinzuprojizieren, während sie gleichzeitig die Schwere und Beständigkeit moderner Bildhauerei verkörpert. Sie ist ein zentrales Beispiel für Schloens Arbeit mit Schutzhüllen und der materiellen Transformation alltäglicher Motive.